aporia.vision

10. Von der „Sorge“ zur „Fürsorge“

Veranstaltung vom 16.06.2016

Ernstvon Rainer

Von der“Sorge“ zur „Fürsorge“

Sorge (besorgen) bezieht sich auf den Umgang mit Zeugs.
Herstellen, bearbeiten, anbauen von Waren, Werkzeugen etc.
Fürsorge bezieht mich und die Anderen ein; es handelt sich
um eine Art Personifizierung, Einbringen in das Leben:
das Zeug wird dienstbar gemacht!

das Bild des Bootes verweist auf anderes Dasein

S.118   Wir leben mit dem Zeug und den Anderen;
Zeug ist hierbei kategorisch, die Anderen sind Exenziale

S.119   „Die Anderen…“
-> S.123,Z32 Struktur der Weltlichkeit
-> „Andere“ zeigen sich im „Boot“

Wir denken verschieden, es ist keine „Ich-Verdoppelung“
[Wir sehen die Menschen mit etwas beschäftigt]

S.120   „bei der Arbeit“ treffen, heißt primär in ihrer
„In-der-Welt-sein“
„Auch das Alleinsein des Daseins ist Mitsein in der Welt!“
-> Modus des Sein des Daseins

unten Entfremdung

S.121   „Modus der Gleichgültigkeit und der Fremdheit“
-> Dasein ist Mitdasein (auch umgekehrt)

Sorge zur Fürsorge

Zitate aus „wikibooks.org“

Da das Sein des Daseins als Sorge bestimmt wurde, gründet hierin auch das Mitsein: das Verhältnis zu Anderen fasst Heidegger in der Fürsorge. Sie umfasst auch die Modi der Defizienz (z. B. Wider-einandersein) und der Indifferenz (Einander-nichts-angehen).positive Fürsorge kann weiterhin in zwei Formen auftreten, sie kann für den anderen einspringen, dem Anderen die Sorge abnehmen, dies führt für diesen jedoch zur Abhängigkeit, oder aber sie kann für den Anderen vorspringen, sodass sie nämlich dem Anderen hilft, für seine eigene Sorge frei zu werden. Wie zum Besorgen die Umsicht gehörte, so eignet der Fürsorge die Rücksicht und Nachsicht. Mitsein ist somit umwillen Anderer, Besorgen umwillen seiner selbst.

S.126 §27,2.Abs. Konkurrenz – Abstand z.B. ausgleichen,
aufholen, überholen

Das Man als das Wer des alltäglichen Daseins
Mit dem Terminus Man fasst Heidegger den kulturellen, geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergrund des Daseins. Der Mensch ist als kulturelles Wesen stets auf ein Überlieferungsgeschehen angewiesen und durch dieses bestimmt. Die Summe der kulturellen und gesellschaftlichen Normen und Verhaltensweisen nennt Heidegger Faktizität. Von ihr kann niemals abgesehen werden, da sie wesentlich zum Mensch als kulturelles Wesen gehören. Wird dem Dasein seine Bestimmung durch die Tradition jedoch nicht bewusst, so ist es den vorgegebenen Verhaltensmustern und Anschauungen ausgeliefert. Diesen Zustand des Ausgelieferseins nennt Heidegger uneigentlich.

Heidegger hat nun andererseits den Menschen als Möglichkeit bestimmt: was ihn ausmacht, ist seine Existenz. Allerdings ist unser Verständnis der Möglichkeiten zunächst durch die Anderen bestimmt. Sie nehmen dem Dasein das Sein ab, Dasein steht in der Botmäßigkeit der Anderen. Die Anderen sind hierbei niemand Spezielles und so lautet die Antwort auf die Frage, wer das Daseins in seiner Alltäglichkeit ist: das Man.

„Wir genießen und vergnügen uns, wie man genießt; wir lesen, sehen und urteilen über Literatur und Kunst, wie man urteilt; wir ziehen uns aber auch vom ‚großen Haufen‘ zurück, wie man sich zurückzieht.“

Das Man wacht über jede sich vordrängende Ausnahmen:

„Alles Ursprüngliche ist über Nacht als längst bekannt geglättet. Alles Erkämpfte wird handlich. Jedes Geheimnis verliert seine Kraft. Die Sorge der Durchschnittlichkeit enthüllt wieder eine wesenhafte Tendenz des Daseins, die wir die Einebnung nennen wollen“.

Diese Funktion des Man bezeichnet Heidegger als Öffentlichkeit. Das Man übernimmt zudem die Verantwortung für das Dasein, denn das Dasein kann sich stets auf es berufen: Das macht man so. Heidegger formuliert scharf: „Jeder ist der Andere und Keiner er selbst.“

Das Man hat auch auf die Entwicklung der philosophischen Tradition seine Auswirkung, denn es bestimmt das vorontologische Verständnis des Daseins, d. h. die Auslegung des Sinns des Seins, als auch seine ontologische Auffassung des Daseins als aus der Welt heraus verstanden.

Der uneigentlichen Fremdbestimmung stellt Heidegger das eigentliche Selbstsein als existentielle (nicht existenziale) Modifikation des Man entgegen. Hierzu analysiert Heidegger im folgenden Abschnitt die drei dem In-sein zugeordneten Existenzialien Befindlichkeit, Verstehen und Rede. In dem Bestreben, ein authentisches Leben zu führen, kann das Dasein, so Heidegger, nur im Rahmen dieser Existenzialien bleiben, sie konstituieren ja das Menschsein. Allerdings ist es ihm möglich, sich zu ihnen zu verhalten und so eine Modifikation ihrer vom uneigentlichen hin zum eigentlichen zu vollziehen.

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