aporia.vision

2. Das In-der-Welt-sein als Mit- und Selbstsein. Das „Man“

Veranstaltung vom 27.10.2016

von Andrea

SZ Viertes Kapitel §§ 25 bis 27

Das In-der-Welt-sein als Mit- und Selbstsein. Das „Man“

Lektüre Ausschnitt aus Mc Intyre aus „Verlust der Tugend“, Warum das Projekt der Aufklärung scheitern mußte:

Mc Intyre legt die allgemeine Form des klasssischen moralischen Systems dar. Aristoteles analysierte die Grundstruktur in der Nikomachischen Ethik. Es besteht danach ein fundamentaler Gegensatz zwischen dem Menschen wie er ist und wie er sein könnte, wenn er sein eigentliches Wesen erkennen könnte. Handeln nach Gottes Gebot ist das Ziel (Telos)des Menschen.

Heidegger kennt in „Sein und Zeit“ einen solchen Gegensatz nicht, wenn er das Dasein als Sein des Menschen analysiert. Für Heidegger gibt es kein Ziel. Es gibt keine Differenz zwischen Sein und Wollen.

Heidegger verwirft die die klassische Subjekt-Objekt Philosophie . Er setzt im Gegensatz zur klassischen Philosophie nicht ein Wesen des Menschen voraus.

Heidegger beantwortet die Frage nach dem Wer des Daseins so, dass das Dasein in seiner Alltäglichkeit gerade nicht eigentlich es selbst ist.

Das Dasein ist nichts Vorhandenes, Vorhandenes ist Zeug. Die Frage nach dem Wer, darf auch nicht mit einer Essenz des Daseins, nicht mit einem Kern des Daseins beantwortet werden. Dasein ist nur, indem es existiert, also als Lebensvollzug, weshalb Heidegger die der ontologischen Tradition entspringenden Begriffe Essenz und Existenz gleichsetzt. Das Wesen des Daseins besteht somit darin, dass es als Möglichkeit ist: „die Substanz des Menschen ist nicht der Geist als die Synthese von Seele und Leib, sondern die Existenz“ (https://de.wikibooks.org/wiki/Martin_Heidegger/_Sein_und_Zeit/_Viertes_Kapitel_%C2%A7%C2%A7_25%E2%80%9327)

Was den Menschen ausmacht, ist seine Existenz. Allerdings ist unser Verständnis der Möglichkeiten zunächst durch die Anderen bestimmt. Sie nehmen dem Dasein das Sein ab, Dasein steht in der Botmäßigkeit der Anderen. Die Anderen sind hierbei niemand Spezielles und so lautet die Antwort auf die Frage, wer das Daseins in seiner Alltäglichkeit ist:

Das „Man“

Das Wer ist nicht dieser und nicht jener, nicht man selbst und nicht einige und nicht die Summe Aller. Das „Wer“ ist das Neutrum, das Man.

In dieser Unauffälligkeit und Nichtfeststellbarkeit entfaltet das Man seine eigentliche DIKTATUR. Abständigkeit, Durchschnittlichkeit und Einebnung konstituieren als Seinswesen des Man das, was wir alle als „die Öffentlichkeit“ kennen.  Dasein ist bei Heidegger immer in Bezug auf ein anderes, z.B. in Konkurrenz. Die Abständigkeit ist ein Existenzial.

„Wir genießen und vergnügen uns, wie man genießt; wir lesen, sehen und urteilen über Literatur und Kunst, wie man urteilt; wir ziehen uns aber auch vom ‚großen Haufen‘“

Das Seinsverständnis des Daseins liegt im Verständnis anderer, Dasein ist Mitsein. Es hat diesbezüglich die Modi des sich Öffnens und sich Verschließens.

Exkurs zu  Dilthey:

Er trennte erstmals zwischen Natur- und Geisteswissenschaften, indem er die Methoden unterscheidet, mit denen die jeweiligen Fachgebiete sich ihren Gegenständen nähern.

Um die eigene Relativität zu verstehen, bedarf es laut Dilthey des Erlebens, Einfühlens, Nachvollziehens. Dieser Ansatz wurde von der Kommunikationstheorie  aufgegriffen.

Die durch Descartes aufgekommene Idee eines Subjekts, das sich erst der Außenwelt versichern müsste, weist Dilthey durch den Hinweis auf das Erleben als Grundstruktur jeglicher Realität zurück. Damit gibt es kein selbstgenügsames Subjekt mehr, auf welches lediglich gelegentlich Erfahrungen von außen einwirken, sondern alles, was geschieht, ist in einen Gesamtzusammenhang eingebunden, d. h., wird erlebt. Die cartesische Abtrennung von Subjekt und Außenwelt läßt sich hingegen nur theoretisch vollziehen, sie lässt sich nicht erleben.(Wikepedia)

Diesen Ansatz hat Heidegger weitergedacht. Beim Erschließen des anderen kommt dessen Seelenleben in den Blick.

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