aporia.vision

6.1.4 Noch ein paar Gedanken zu Mensch und Natur

von Andrea

Ja, es stimmt: Natur kann auch Feind sein.

Die Antwort auf die Frage , ob Natur als solches als Feind angesehen werden kann, hängt davon ab, ob der Mensch selbst zur Natur gehört oder nicht. Darüber gibt es keinen Konsens.

Du zählst den Menschen nicht oder nur temporär zur Natur oder siehst eine Dichotomie von Mensch und außermenschlicher Natur. Darum kann ich Deine Position verstehen, ohne sie zur Zeit aber zu teilen (vielleicht werde ich noch davon überzeugt). Ich zähle den Menschen zur Natur hinzu.

Für Dich kann Natur an sich also durchaus schlüssig Feind oder Freund sein, weil sie ein Gegenüber ist. Ich – als Teil der Natur – könnte vielleicht sagen: „dieser Wolf, der mich angreift, ist mein Feind (und wie ich Teil der Natur)“. Aber das könnte ich auch über einen Menschen sagen, der mich angreift. Für Dich könnte hier ein Unterschied vorliegen. Mit dem Wolf griffe Dich „die Natur“ an, mit dem Menschen nicht.

Allerdings sehe ich nicht, dass uns die Natur einen Überlebenskampf „aufzwingt. Eher fühlt sich das Individuum, das Interesse am Weiterleben hat, gezwungen, dafür zu kämpfen, dass innerhalb der gesetzten Bedingungen überlebt. Überlebenskampf kann eventuell mit oder gegen „die Natur“erfolgen, vielleicht auch beides gleichzeitig. Der Überlebenskampf ist aber doch per se eher ein Kampf um oder für etwas, nicht gegen etwas. Man sagt auch, ein Kranker kämpfe ums Überleben. Da wird die Differenzierung schwierig; ist die Krankheit Natur und der Mensch nicht? Was ist mit Autoimmunkrankheiten?

Eine Gefährdung des eigenen Lebens – sofern man es erhalten möchte- fordert sicher den Überlebenswillen heraus. Allerdings zweifele ich daran, dass der „Widerpart Natur“ die Ursache von Kreativität ist. Kreativität gehört zu unserer Natur wie sie auch zur Natur der Natur gehört. Nach meiner Beobachtung liebt es der Mensch kreativ zu sein, es ist ihm ein Vergnügen, sich auszudrücken. Angst und Kampf sind eher Kreativitätsbremsen.

Aber ist stimme zu, dass Menschen kreativ darin sind, gefährliche Elemente der außermenschlichen Natur zu bezwingen. Aber sie sind genauso erfinderisch darin, kulturellen Gefährdungen zu begegnen. Es war schon sehr kreativ (zum eigenen Schutz?)eine Atombombe zu erfinden.

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