aporia.vision

6.1 „Natur“ – ein Missverständnis?

solo3

von Rainer

Vorausbetrachtung:

Was könnte Natur sein?

            z.B. alle Materie und Energie (inkl. Mensch und Maschine)

 

Ausgangspunkt:

           –  Natur macht Leben möglich (z.B. Biologie, Nahrung usw,)

           –  Natur ist Widerspruch zu Leben (Klima, Erdbeben, Krankheit usw.)

 

Natur als Skala zwischen Leben und Tod (menschliche Perspektive)

            Mensch ergreift Besitz von der Natur (Vereinnahmung wird größer)

            Reste von „natürlich belassener Natur“ werden kleiner.

 

Der Ausschlag auf der Skala in die eine oder andere Richtung führt zu dem Verlangen einen Ausgleich zu erwirken. Für den Menschen bedeutet das, den Einsatz von Kreativität um das Defizit zu besiegen und „Freiraum für den Winter“ zu erlangen (eine Art pathologischem Zustand: Krankheit besiegen und Gesundheit erzeugen!)

 

  1. These: Die Natur(-macht) ist für den Menschen Gegenmacht (Feind?)
  2. These: Der Mensch macht sich die Natur untertan –                                                                                                    er beutet sie aus, vernichtet per Intellekt ihre „Natürlichkeit“          
  3.                                  → wird zu ihrem größten Feind.
  1. These: Durch diese „Feindschaft“ bleibt die Natur „Feind“, die es zu besiegen gilt…                                                                      und wenn es den eigenen Untergang bedeutete!

 

Der Mensch kann Natur nicht von außen betrachten, da die „natürlichen“ und die „vereinnahmten“ Anteile ein Ganzes  ergeben, aus dem der Mensch nicht aussteigen kann.

 

Das „Sein“ des Menschen, hier sein „Dasein“ ist nur mit der „Natur zu denken.

„Im gebrauchten Zeug ist durch den Gebrauch die »Natur« mitentdeckt, die »Natur« im Lichte der Naturpro-dukte.“(SZ S.70)

Der Mensch bedient sich bei Benutzung des Zeugs der verwandelten Natur.

„Natur darf aber hier nicht als das nur noch Vorhandene verstanden werden“ (SZ S.70)

 

In „alltäglicher“ Betrachtung reduziert sich Natur auf den Zweck, das Material des „Zeugs“ und damit löst sich das Produkt aus der „Ganzheit“.

Da der Mensch in seinem „Rückzug auf ein Seiendes“ (hier: Beschränktheit) nur noch tut, macht, werkelt…benutzt, entsteht eine Art „Siegesgefühl“, das seine Übermacht über die Natur manifestiert (ihn übermannt!).

 

Um aber die „Natur“ in ihrer Gänze zu erkennen, muss der Mensch sich freimachen vom „Besorgen“,

„Damit Erkennen als betrachtendes Bestimmen des Vorhandenen möglich sei, bedarf es vorgängig einer Defizienz des besorgenden Zu-tun-habens mit der Welt. Im Sichenthalten von allem Herstellen, Hantieren u. dgl. legt sich das Besorgen in den jetzt noch einzig verbleibenden Modus des In-Seins, in das Nur-noch-verweilen bei..“ (SZ S.61)

auf  eine Distanz gehen.

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