Einführungsthesen

Das Projekt „Ein Ende und ein Anfang“ hat z.Zt. folgenden Inhalt:

Einführungsthesen

Kant: Erkenntnis und Ethik

Hegels Kritik an Kant

1. Kritik an Kants Erkenntnistheorie (KrV)

  1. Antinomieproblem der reinen Vernuft
  2. „das Ding an sich“

2. Kritik an Kants Ethik (Metaphysik der Sitten, kategorischer Imperativ

  1. Formalismusvorwurf
  2. Vorwurf der Zerstücklung des Menschen
  3. Kant beweist Gott nicht

Während wir uns zwei Semester mit den Philosophen Kant, Hegel und Marx inhaltlich beschäftigten, stellten wir fest dass es wichtige Zusammenhänge zwischen diesen dreien gab. Von der Kritik Kants am Rationalismus und am Empirismus über die Grundlinien der Rechtsphilosophie von Hegel bis hin zu Marx der den Idealisten Hegel vom Kopf auf die Füße stellen wollte, wollen wir nun versuchen die geschichtlichen, begrifflichen, religiösen bzw. metaphysischen und sozialen Aspekte der drei Philosophen aufzuarbeiten.

Kant mit seinem „Sapere ande!“ Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“  gilt als Vordenker der Aufklärung.

Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch? „der ziellose Mensch erleidet sein Schicksal, der zielbewusste gestaltet es“(Kant, K.r.V.), der Mensch stellt sich da als freies vernünftiges Wesen.

Hegel ist der Philosoph auf dem Höhepunkt des Idealismus.

Für ihn ist der Staat die Idee und die bürgerliche Gesellschaft und die Familie sind die Requisiten, die die Idee mit Leben füllen. Für Hegel gilt:

„was vernünftig ist ist wirklich – was wirklich ist ist vernünftig“.

Seine Wirklichkeit zeigt sich erst in der Idee.

Für Hegel ist der Begriff Synonym mit der Wahrheit, die Vernunft ist das Erkennen der Wirklichkeit, durch deren Veränderung die Vernunft die Wahrheit erfährt.

Marx setzt sich mit der hegelschen Rechtsphilosophie auseinander und kommt zu einem prinzipiell anderen Ergebnis: dass nämlich das Sein das Bewusstsein bestimmt – die Betrachtung der ökonomischen Umstände stellt Hegel vom Kopf auf die Füße.

Historischer Hintergrund

Die Aufklärung

Jahrhundertelang, während des ganzen Mittelalters, hatte man sich auf die Tradition (Schriften, Überlieferungen, Autoritäten) berufen, um zu entscheiden, ob etwas richtig oder falsch ist. Was zu gelten hatte, also die „Autorität der Vergangenheit“, war eine Mischung aus Bibelauslegung und den Überlieferungen des griechischen Philosophen Aristoteles. Diese Mischung nannte man Scholastik. Was dieser scholastischen Tradition nicht entsprach, war suspekt oder schlichtweg ungültig. Humanismus und Renaissance (im 14. bis 16. Jahrhundert) schwächten die Scholastik, bevor sie von der Aufklärung im 18. Jahrhundert gänzlich zerschlagen wurde.

Immanuel Kant war einer der Hauptvertreter der Aufklärung und er lieferte auch ihre berühmteste Definition: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Hilfe eines anderen zu bedienen.“ So schrieb Kant 1784 in seiner programmatischen Schrift Was ist Aufklärung?. Zu diesem Zeitpunkt hatte diese Bewegung bereits weite Teile Europas ergriffen. Philosophen wie René Descartes, Staatstheoretiker wie Thomas Hobbes und Naturwissenschaftler wie Isaac Newton legten die Fundamente für eine Geisteshaltung, die die menschliche Ratio (= Vernunft) emporhob und die mystischen und religiösen Erkenntnistheorien der Vergangenheit aufweichte. Wissenschaft, Naturbeobachtung, Experimente: Das waren die neuen Methoden, mit denen die Welt begriffen werden konnte.

Mit der Aufklärung glaubte man, die Wirklichkeit vollständig entschlüsseln zu können. Entdeckungen wurden gemacht – in der Astronomie (Gesetze der Planeten), in der Physik (Gravitation, Mechanik), in der Seefahrt (Entdeckung neuer Länder) – und tatsächlich schien man dem Geheimnis der Welt Stück um Stück näher zu kommen. Diesem Optimismus hat Kant einen gehörigen Dämpfer verpasst. Erkenntnis, so Kant, ist immer durch unseren Denkapparat beeinflusst. Und weil wir ohne diesen Denkapparat nichts wahrnehmen und beurteilen können, werden wir nie an die wahre Wirklichkeit herankommen. Unser Denken bildet nicht die Wirklichkeit ab, sondern es erschafft (konstruiert) sie geradezu.

Welche Beziehungen gibt es zwischen Kant, Hegel und Marx?

 KantHegelMarx
Wirklichkeit
Wahrheit
Vernunft (Gott)
Erkenntnisfähigkeit
Verstandesbegriffe sind leer;
reine Anschauungen blind
„Dinge an sich“ – Wirklichkeit?
Begriff
Wahrheit
Vernünftig (Gott)
Wirkliches Leben
Lebensumstände
Ökonomische Basis
Geschichtevon Kant zum deutschen IdealismusDinge entwickeln sich historischHistorischer Materialismus
IdeeKategorien:
zur Struktur der Wahrnehmung und
der Erkenntnisse
Denken mit der Vernunft
Dialektik
Dynamik
Dialektischer Materialismus
Sein - Bewusstsein
Religion
Aufklärung
„Die drei wichtigsten Dinge…“
Freiheit / Mut zu Denken
Zielorientiert
System
(Gott ist Wahrheit)
Machtfaktor
Überbau
Mitteilen...Print this page
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