Gutes Leben

Wenn Du magst, höre Dir die Thesen und Fragen an. Den Text kannst Du unten verfolgen.

  Sammlung von fiktiven und willkürlich ausgesuchten Thesen und    Fragen  zum Thema:

      Ein „Gutes Leben“ 

 

  • „Gutes Leben“ ist für mich ganz klar! ich kann mir alles kaufen, bin gesund und habe ein Haus. (Spruch)
  • Ein bisschen ist gutes Leben wie Schlaraffenland -es soll mir halt gut gehen; soll heißen, was ich mir wünsche, erfüllt sich. (Spruch)
  • „Gutes Leben“ für mich allein oder in Gesellschaft mit anderen?
  • Wenn es mir gut gehen soll, muss es den anderen auch gut gehen.
  • Vielleicht sollte man mal fragen, was mit gutem Leben gemeint ist,ob es sich um materiell gutes Leben oder halt ideell gutes Leben handelt. (rechtaufglueck)
  • „Gutes Leben“ und Glück sind ähnlich und stehen für das Gleiche. (Traum)
  • Es kann sich auch um die Lebensspanne handeln, Beginn des Lebens bis Ende; also von Geburt bis Tod, das was dazwischenliegt.
  • Eigentlich liegt die Betonung ja auf dem Adjektiv gut. Wie ist also das Leben,oder leben als quasi Tätigkeit?
  • „Gutes Leben“ sollte aber auch regelhaft sein, Leitlinien und Ziele beinhalten,vielleicht auch Maßstab sein oder Maßstäbe setzen, Verhaltenskodex, Ersatz für Metaphysik oder Meditation. (Lebensweisheit)
  • Das Gute, das Hohe, das Erhabene – ist es mehr als nur Physik!? (Gefuehl)
  • Gut zu leben, gut zu sein, wäre das eine Hilfe für ein christliches Leben?
  • „Gutes Leben“ zu haben heißt auch Kontrolle über alles zu haben, zumindestwas mich und meine Umwelt betrifft.
  • Wo liegt das für mich wünschenswerte?
  • Was wäre richtig?
  • Könnte mir griechische Philosophie bei einer Entscheidungsfindung helfen? (Antike)
  • Und was hat die Philosophie überhaupt damit zu tun?
  • Möglicherweise könnten die „alten Meister der Philosophie“ bei der Definition und Einordnung des guten Lebens hilfreich sein. (Aristoteles)
  • Was wäre, wenn ich wüsste wie „Gutes Leben“ aussehe oder aussehen müsste? Hätte ich einen „neuen Gott“ oder einen anderen „Regelbewahrer“? (Eigenentscheidung)
  • In was für einer Welt wollen wir denn leben?
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2 Replies to “Gutes Leben”

  • Fragen zum Thema: Was ist „das gute Leben“?

    Gibt es „das“ gute Leben? Ist mit „dem“ guten Leben dasselbe für alle Menschen gemeint? Nicht so einfach zu beantworten.

    Vielleicht haben es die Gläubigen damit leichter. Jesus sagt „ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Damit wäre für Christen die Sache klar: Es gibt „den Weg“ und „das Leben“ und das geht nur über Jesus, also das neue Testament. In letzterem finden sich Hinweise zur Lebensführung, damit auch zum „guten Leben“. Tatsächlich gibt es dort vortreffliche Anleitungen für ein gutes Leben. Denn Sätze wie z,B. „Liebe Deinen Nächsten wir Dich selbst“ und „Urteilt nicht, damit ihr nicht verurteilt werdet“, sind ganz sicher wertvolle Weisungen für ein ethisches und damit gutes Leben. Ich setze voraus, dass ein ethisches Leben auch ein gutes Leben ist. So sieht es Aristoteles, der Vater der Idee vom „guten Leben“. Tugenden sollen ihm zufolge entwickelt werden um Vortrefflichkeit und Glück zu erlangen. Letzteres sei das Ziel des „guten Lebens“.

    Für Nichtchristen geht aber der „Weg, die Wahrheit und das Leben“ nur über das Leben des Je-Einzelnen. Und da wird es schon schwierig zu sagen, was das die richtige Ethik und das Glück für jeden Menschen sein soll. Kann ich denn wissen, was z.B. eine Kongolesin sich darunter vorstellt, eine Inuitfrau oder ein männlicher oder queerer deutscher Mensch? Ist es dieselbe Vorstellung, die ich für mein Leben habe? Keine Ahnung, ob das alles unter einen Hut geht. Mir fehlen die Grundlagen, um dies zu beurteilen.

    Ich lande mit solchen Gedanken leider schnell bei einem Perspektivismus, welcher der Ethik immer zum Verhängnis wird. Bei Nietzsche bleibt dann z.B. nur noch neue Werte zu schaffen (oder unter unterzugehen falls man nicht das Zeug zum Übermenschen haben sollte). Aber ganz neue Werte schaffen, quasi ex nihilo? Das „Rad neu Erfinden“ ist auch so eine Sache. Wer das versucht, übersieht am Ende dann doch nur die vielen Räder, die bereits in seinem Kopf rotieren. Denn auch, wenn ich nur die bereits in meiner Kultur bestehenden ethische Werte und Normen „unter die Lupe nehmen“ will, bestenfalls auch mit den Augen aller verschiedenen Menschen in allen möglichen Kulturen, wird mir dies wohl nur schwer gelingen. Wir stecken in unserer Kultur fest wie im Sumpf und können uns schlecht am eigenen Zopf herausziehen. Das sieht man beispielsweise bei dem Philosophen John Rawls. In „eine „Theorie der Gerechtigkeit“ entwirft er einen hypothetischen Urzustand, in welchem die Gesellschaft ihre Werte verfassungsrechtlich niederlegt. Dabei fällt auf, dass die fiktive Verfassungswahl allein aus der von Rawls gewählten besonderen Konzeption des Urzustandes resultiert. (s. H. L. A. Hart in Ottfried Höffe) Rawls Vorrang der Freiheit z.B. beruht eher auf seinen eigenen Idealen als dass er er das Ergebnis einer rationalen, interessengeleiteten Entscheidung sein müßte. Rawls gibt keine hinreichenden Gründe dafür an, dass der Urzustand genauso sein muss, wie von ihm dargestellt. Es fehlt an einer hinreichenden Begründung, warum die Menschen sich auf genau diese Grundsätze einigen sollten. Es sind Rawls subjektive Vorstellungen, nicht unbedingt die aller oder auch nur der Mehrheit.

    Und auch Aristoteles hat es sich etwas leicht gemacht, weil er a) einen oder den Großteil der Polisbewohner, nämlich Frauen und Sklaven (denen es aus seiner Sicht ein bißchen an Vernunft fehlt) ausklammert und weil er zudem b) auch nicht über den Polisrand hinaus auf andere Kulturen schaut.

    Ich sage es klar, dass ich an dem Thema gescheitert bin, aber vermutlich in bester Gesellschaft.

  • Hallo Andrea,
    Das Thema hatte ich sehr breit angelegt um nicht auf vorzeitige Einengungen und Reduzierungen
    festgelegt zu werden. Dabei drängten sich mir mit „Gutem Leben“ eigentlich Begriffe wie „Ethik“,
    „Christentum“ und „Gottvertrauen“ usw. vor.
    Und ich sehe an Deinem Text, dass diese Begriffe nicht weit hergeholt sind, denn sie fallen auch
    Dir ein.
    Für mich schien das „Gute Leben“ zuerst eine praktikable Möglichkeit zu sein, verloren gegangenes
    Wertbewußtsein begrifflich zu fassen, einfacher Ersatz für „höhere“ Werte…
    Aber es geht mir immer wieder darum etwas handfestes (das eher flüssig und verschwindend ist)
    zu suchen, das verdammt nochmal als Basis für eine Regelhaftigkeit und „Ordnung“ stehen kann.
    Eine Leitlinie darstellt – Leben halt leicht macht.
    Bei weiterer Betrachtung stelle ich aber fest, wie fragwürdig dieses Unternehmen ist.
    Hier seien Deine Worte benutzt: …“Wir stecken in unserer Kultur fest wie im Sumpf und können uns
    schlecht am eigenen Zopf herausziehen…“. Dies bezieht sich auf den Ursprungswunsch usw.

    Eine Ahnung einer (neuen) anderen Metaphysik tritt gewünscht (hoffentlich ist da was!) an Stelle
    der jahrzehnte langen Aufklärung – die uns manchmal mit „nichts“ zurücklässt.
    Und hoffnungsfroh greift man zum „Strohhalm“ um in „Pune bei der Sannyas-Bewegung“ zu landen.

    Ob das „Gute Leben“ bei entsprechender Interpretation für Maßstäbe herhalten kann, muss noch
    überprüft werden.

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