aporia.vision

1. „Jedes Fragen ist ein Suchen“

 

      bezogen auf Veranstaltung 07.04.2016

       Ernstvon Rainer

Zitat aus „Sein und Zeit“ von Martin Heidegger

Grund einer Frage ist der Wunsch nach einer Antwort.
Frage und Antwort bedingen sich notwendig;
Suche ist die Methode.
Eine Frage ohne die Option einer Antwort ist eine leere Frage.

Eine „gute Frage“ geht einher mit dem Wunsch nach einer „guten“ Antwort.

Was ist eine gute Antwort?
Eine positive, hilfreiche, weiterführende Aussage, Erklärung.
Hilfe (konkrete) für mein Leben (Gesundheit, Wohlstand, Beziehung)
Hilfe für defizitäres Wissen (gesellschaftlich, politisch, naturwissenschaftlich)
usw. (Neugierde: sucht unbekanntes zu erkennen)

Alle Fragen dienen der Suche
→ Frage, als Folge etwas zu vermissen
→ das Vermisste muss vorhanden sein
als emotionales, materielles, ideelles

Suche ist konkret, sonst wäre es wie „ auf den Busch klopfen“ um irgendetwas hervor zu locken,
um eine gute Frage zu stellen, muss ich mir klar über mein Wollen (oder Wünschen) sein.

Wenn jedes Fragen ein Suchen ist, stellt das Ansprüche an die Frage, an den Fragenden, an seine Suche (Tendenz zur Antwort, s.o.)

Bleibt noch mein Widerspruch:
wären Fragen ein Suchen → Es gilt die Qualität
jedes Fragen → Kann sich nicht ausschließlich auf den Inhalt beziehen, sondern auch bzw. vor allem auf die Form
eine Frage, jede Frage sucht nach etwas verlorenem (man muss es irgendwann besessen haben)

Fragen → Nicht wissen?
—————————————————————————————————

Ausug aus Duden Universallexikon:

Fra|ge, die; -, -n [mhd. vrāge, ahd. frāga, zu einem untergegangenen Verb mit der Bed. »fragen«, urspr. = herumwühlen; suchen]:

1. eine Antwort, Auskunft, Erklärung, Entscheidung o. Ä. fordernde Äußerung, mit der sich jmd. an jmdn. wendet:
eine neugierige, dumme, verfängliche, müßige F.;
eine rhetorische F. (als Frage gestellte rhetorische Figur, auf die keine Antwort erwartet wird);
so eine F.! (das ist doch selbstverständlich!);
-n zur Person und zur Sache;
F. (ugs.; es stellt sich die Frage), können wir das schaffen?;
die F. muss erlaubt sein, ob diese Handlungsweise richtig ist (man muss daran zweifeln dürfen);
es stellt sich die F. (man muss sich fragen), ob das reichen wird;
»Was war da los?« ‒ »Gute F. «;
jmdm./an jmdn. eine F. stellen;
an jmdn. eine F. richten;
eine F. beantworten, bejahen, verneinen;
hat jemand noch eine F.?;
auf eine F. antworten;
sich mit einer F. an jmdn. wenden.

2. Problem; zu erörterndes Thema, zu klärende Sache, Angelegenheit:
eine schwierige, ungelöste, offene F.;
die letzten -n (religiöse Themen, bes. das Problem des Todes);
die F. nach dem Sinn des Lebens;
das ist eine F. des Geldes (das hängt vom verfügbaren Geld ab);
das ist eine F. der Ehre (es geht um die Selbstachtung, die innere Würde);
das ist noch sehr die F., ist die große F. (ist noch sehr zweifelhaft);
das ist gar keine F. (ist ganz gewiss);
eine F. aufwerfen, anschneiden, diskutieren, klären;
über wissenschaftliche, politische -n sprechen;
wir kommen um diese F. nicht herum;

* nur eine F. der Zeit sein (mit Gewissheit früher od. später eintreten);
außer F. sein/stehen (ganz gewiss, unbezweifelbar sein);

Mitteilen...Print this page
Print
Email this to someone
email

2 Replies to “1. „Jedes Fragen ist ein Suchen“”

  • 1. Korrektur

    Ich muss hier unbedingt meine bisherigen Thesen
    vom Kopf auf die Füße stellen und das geht so:

    Ich suche etwas, z.B. eine richtige, gute Antwort,
    dann benutze ich hier das Fragen als Mittel, Werkzeug,
    Methode um diese Antwort zu finden!

    Grund, Zweck ———–Mittel, Werkzeug, Methode—————Ziel, Ergebnis
    ——Suche————————–Fragen——————————-Antwort

    Einerseits gibt es keine Frage „ohne Grund“, was bedeutet,
    es gibt etwas (verlorenes?) auf das die Frage abhebt (Heidegger:
    „Fragen ist ein erkennendes Suchen…“),andererseits wäre
    die Frage nach etwas nicht vorhandenem (ich sage: leer)
    müßig.und eigentlich nicht stellbar (oder metaphysisch?).
    Sprache ist eine Voraussetzung für eine Fragestellung, sie
    ist zwangsläufig. Neigierde erwächst aus der Konfrontation
    mit den zunehmenden Sinneseindrücken eines Kindes; da muß
    es doch noch mehr, etwas anderes oder nur erahnbares geben.
    Wie soll der Gedanke einer Frage ohne deren Idee, Ahnung o.ä.,
    ohne etwas entstehen (innen oder außen).
    Das Erkennen / erahnen eines Defizits, eines Unterschieds, einer
    Nicht-Identität führt zur Wahrnehmung.
    (denke bitte an unser Gespräch mit dem Stichwort „Leid“ bzw.
    „Pathologie“ – Erkenntnisgewinn durch Ungleichheit…)
    Eine „gute Frage“ kann nur entstehen aus einer guten Recherge, aus
    der guten Aufarbeitung alles zu dem Thema mir zufließendes –
    dann besteht die Chance das es weiterführend ist.

  • Hallo Rainer,

    ich denke, auf die Frage nach dem „Sinn des Seins“ wirst Du vemutlich keine hilfreiche Antwort auf Deine Lebensprobleme bekommen.Vielleicht wirst Du damit nicht einmal „Wissenslücken“ schließen können.Vielleicht wird als Antwort Nichts rauskommen. Dann kannst Du Dich immerhin freuen, dass Du nichts verloren hat.(Du sagst, jede Frage sucht nach etwas Verlorenem)
    Aber ich finde, die Frage ist trotzdem eine gute Frage,vielleicht gerade, weil es nichts mit der Antwort wird. Fragen, bei denen es mit der Antwort nichts wird, können uns aber auf eine seht spannende Suche führen.

    Gruß
    Ida

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.