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Jérôme Ferrari – Das Prinzip (Roman über Werner Heisenberg)

von Andrea

Jérôme Ferrari – Das Prinzip (Roman)

Ich möchte den Literaturfreunden unter Ihnen einen  Roman von Jérôme Ferrari mit dem Titel »Das Prinzip« empfehlen, der 2015 im Seccesionsverlag erschienen ist.

Der Inhalt ist – kurz gesagt – die Biografie von Werner Heisenberg. Der Erzähler der Biografie ist ein Physikstudent, der wegen mangelnder Kenntnisse der Heisenbergschen Theorien durch das Examen fiel. Er setzt sich aufgrund dieser Verbindung mit dem Physiker und Philosophen auseinander.

Die Sprache des Romans ist bildhaft bunt und reich an Metaphern,  obwohl der Roman zum größten Teil aus Reflexionen besteht.

Reflektiert werden die gesellschaftlichen und philosophischen Auswirkungen der Unschärferelation, deren weitreichende Bedeutung vielleicht auch heute noch nicht ganz erkannt wird. Die praktische Anwendung ist zwar überall anzutreffen, aber die philosophische Tragweite wird kaum diskutiert.
Selbst der geniale Einstein hat sich immer wieder dagegen gewehrt, anzuerkennen , dass es die objektive Beschreibung der Natur nicht gibt. Heisenbergs Erkenntnis, dass Betrachter und Betrachtetes nicht zu trennen sind, war eine ziemliche Revolution im Bereich Wissenschaften. Denn damit sind alle objektiv erkennbaren Wahrheiten als Illusion durchschaut.

In dem Roman geht es auch um Heisenbergs Haltung zum Nationalsozialismus. Ein Befürworter war er sicher nicht. Nur wollte er schönes Leben in Deutschland auch nicht aufzugeben und fortgehen, um sich so der praktischen Arbeit an der Entwicklung der Atombombe für Deutschland zu entziehen.

Und der Roman thematisiert weiter Heisenbergs Beziehung zur Schönheit, der Schönheit der mathematischen Formeln, der Musik und der Natur, vielleicht auch der des politischen Widerstandes? (Weiße Rose).

Die Lektüre macht wirklich Spaß und der Roman ist ziemlich spannend. Er umfasst lediglich 130 Seiten, er ist aber zum »Schnellweglesen« zu schön und die Sprache (in Form der schönen Übersetzung von Christian Ruzicska und Paul Sourzace) erfordert ein wenig Konzentration.

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