Kant beweist Gott nicht – Kritik

von Andrea

KANT

Kants  moralischer „Gottesbeweis“ /KI

In der „Kritik der reinen Vernunft“ stellt Kant die Frage,  was der menschliche Verstand erkennen und was er beweisen kann. (1. Wie ist Erkenntnis möglich? 2. Wie weit reicht diese Erkenntnis?)

 Nach Kant  erkennt der Mensch die Welt durch „Kategorien“  wie Kausalität und die „Anschauungsformen“ Raum, Zeit, Quantität, Qualität, Relation). Diese sind „a priori“, d.h. vor jeder Erkenntnis bzw. Erfahrung vorhanden und prägen diese. Wie die Dinge „an sich“, also wirklich sind, kann der Mensch nicht wahrnehmen.  Die Vernunft muss unterscheiden zwischen dem, was durch Erfahrung („a posteriori“) erkennbar ist und dem, was die Erfahrung transzendiert.

Das heißt, dass wir nur erkennen, was in Raum und Zeit erfahrbar ist

 Die Erkenntnis Gottes ist damit Beweiskraft der menschlichen Vernunft entzogen.

Gott ist objektiv nicht erkennbar. Mit Mitteln der reinen Vernunft kann weder die Existenz noch die Nicht-Existenz Gottes bewiesen werden. 

Das Thema „Gott“ ist damit aber für Kant nicht erledigt.  Vielmehr versucht er in der  „Kritik der praktischen Vernunft“ einen „moralischen Gottesbeweis“:

Der Mensch kennt den Anspruch gut zu handeln (kategorischer Imperativ). Der Weltlauf lässt – so zeigt die Erfahrung – aus sich selbst heraus dem in Freiheit sittlich handelnden Menschen nicht immer den Lohn seines Handelns (= „Glückseligkeit“) zuteil werden. Darum ist es eine Forderung der sittlichen Vernunft, daß dieser in der Immanenz mangelnde Ausgleich zwischen gutem Handeln und Glückseligkeit transzendent hergestellt wird. Das würde aber voraussetzen, dass eine Instanz existiert, die diesen Ausgleich nach dem Tod herbeiführen kann (= Gott). Es gibt also keine theoretische Gewissheit Gottes, sondern es gibt die moralische bzw. praktische Gewissheit seiner Existenz. KANT beweist Gott nicht, sondern weist Gott als notwendige Voraussetzung ethischen Handelns auf. „Der gestirnte Himmel über mir und das Sittengesetz in mir lassen mich an einen Gott glauben.“

ttp://www.fkgwuerzburg.de/inhalte/schule/faecher/religion/fachreferent/dokumente/Material%20Theologie/Kants%20Reden%20von%20Gott.pdf

 

KRITIK Hegels

Hegels protestierte gegen die Unterdrückung der Natur bei Kant und gegen die Zerstückelung des Menschen in die durch den Absolutismus des Pflichtbegriffs entstehende Kasuistik. In den Fragmenten „Der Geist des Christentums und sein Schicksal“ setzt Hegel die Vorstellung eines ganzheitlichen Lebens bei Christus, in der sowohl Gesetz als auch Neigung in einer lebendigen Fülle zusammenwirken, der so von ihm gelesenen Trennung von Gesetz und Neigung bei Kant entgegen. Das Gesetz (die Pflicht) bei Kant verdrängt das Leben durch den Begriff und setzt es in die Allgemeinheit, die der Besonderheit des Individuums entgegensteht, wodurch das Leben zerrissen wird. Der von Kant entworfene Zwangscharakter des Sittengesetzes führt dazu, dass der Mensch nicht wirklich frei ist. Seine Pflichten erscheinen ihm als etwas Äußeres, dem er sich unterwerfen muss.In einer kurzen Formel: „Die Liebe spricht kein Sollen aus“ […] „Erst durch die Liebe wird die Macht des Objektiven gebrochen.“[

https://www.wikipedia.org/wiki/Grundlegung_zur_Metaphysik_der_Sitten#Hegel

Hegel war hier offensichtlich auch  von Schiller beeinflusst:

Schillers emphatisches Anliegen war, den kantischen Dualismus zwischen der physischen und der geistig-vernünftigen Natur des Menschen in einer Synthese der „schönen Seele“ zu versöhnen, bei der Pflicht und Neigung harmonierten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Über_Anmut_und_Würde

Der sittliche Charakter bei Kant ist nach Schiller nur mit der Aufopferung des natürlichen Charakters erkauft, statt sich die Natur zum Freunde zu machen. Wenn bei Kant die die Vernunft durch Beimischung des Natürlichen geschwächt sein soll, setze dies ein die Natur beherrschendes Wesen voraus. (Vieweg , Hegelbiographie)

 

WEITERE KANTKRITIK

Weitere Kritik Hegels am KI ist der seiner Ansicht nach gegebene  Anreiz zu Beliebigkeit, weil man jeden subjektiven Zweck als Maxime formulieren kann.Kant vertausche Beliebigkeit mit dem sittlich Notwendigen.Dies könne sogar zu negtiven Folgen für das Sittliche führen. Schiller plädiert für die Überwindung der Antinomie zugunsten eines Einheitsgedankens.

„Aber die analytische Einheit und Tautologie der praktischen Vernunft ist nicht nur etwas Überflüssiges, sondern in der Wendung, welche sie erhält, etwas Falsches, und sie muß als das Prinzip der Unsittlichkeit erkannt werden.“[Hegel)

Hegels grundlegende Kritik richtet sich darauf, dass die subjektive Bestimmung des Guten angeblich dazu führt, dass es aus der reinen praktischen Vernunft keinen Weg zu einem materialen Maßstab gibt, der das Sittengesetz inhaltlich füllen kann. Man kann etwa eine Maxime haben, dass man das Eigentum achten will, wie man auch eine Maxime aufstellen kann, dass man sich stets gegen jede Form von Eigentum wenden will. Beide Maximen sind für Hegel mit dem KI, der Vorstellung eines allgemeinen Gesetzes, vereinbar.[A 27] Das Institut des Eigentums muss nach Hegel also bereits existieren, bevor man den KI hierauf anwenden kann. Es ist Teil der gewordenen gesellschaftlichen Ordnung, deren Regeln Hegel als Sittlichkeit bezeichnet. Diese Sittlichkeit ist für ihn die Manifestation des Objektiven Geistes in der Wirklichkeit, die nach seiner Auffassung von Kant ignoriert wird. Hegel hat dabei durchaus den Mechanismus gesehen, dass materielle Gehalte über die Maximen zum Gegenstand des ansonsten formalen KI werden.

Sein Vorwurf der inhaltlichen Leere richtet sich gegen den nur aus der reinen Vernunft gebildeten Begriff des guten Willens. Aus diesem kann man nach seiner Auffassung keinen objektiven Maßstab herleiten, der nicht durch einen empirischen Gehalt, bei Hegel eben die Sittlichkeit, seinen materialen Grund bereits mitbringt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Grundlegung_zur_Metaphysik_der_Sitten#Hegel

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