aporia.vision

1. Vom Dasein zum Mitsein

solo3

Veranstaltung vom 20.10.2016

von Rainer

Also nehmen wir wieder den Kampf mit „Sein und Zeit“ auf.

Heidegger sucht nach dem Sinn von Sein, aber nicht wie die Klassiker
[Descartes: „Ich denke also bin ich.“]
Kein geistiges Sein, sondern ein „Dasein“ ist die Basis. Dieses
führt zur Frage nach dem „Dasein“ (in alltäglicher Welt, ein durchschnittliches
Dasein).
Dieses Dasein soll nicht kategorial sondern wird „existenzial“ bestimmt.
Die Seinsweise wird als das „Dasein in der Welt“ – mit „Zeugs“ beschrieben.
Die Antwort auf die „Wer“-Frage ist nicht das „Ich“.

S.116/Z.20 „Die Klärung des In-der-Welt-seins zeigte, dass nicht zunächst
„ist“ und auch nie gegeben ist ein bloßes Subjekt ohne Welt. (…)…am
Ende ebensowenig zunächst ein isoliertes Ich gegeben ohne die Anderen.“

S.117/Z.20 „Allein die „Substanz“ des Menschen ist nicht der Geist als
die Synthese von Seele und Leib, sondern die Existenz.“

Am Beispiel des Bildes (verankertes Boot am Strand, S.118/Z.3) verschmilzt
das Ich (ich sehe das Boot, fasse es an) mit den Anderen (es gehört jemand;
als „fremdes Boot“ zeigt es Andere).
Ihre Gemeinsamkeit ergibt sich aus dem „Zeugzusammenhang“ – Ich ist Teil
der „Anderen“, die „Anderen“ des Ich – Ich bin die Anderen.

S.118/Z.30f Die Anderen sind nicht der Rest, außer mir – das Ich –
„…die Anderen sind vielmehr die, von denen man selbst sich zumeist
nicht unterscheidet, unter denen man auch ist.“
-> „Mitvorhandensein“ innerhalb einer Welt

S.118/Z.40 „Das In-Sein ist Mitsein mit Anderen. Das innerweltliche
Ansichsein dieser ist Mitdasein.“

S.119/Abs.3 „W.v.Humboldt hat auf Sprachen hingewiesen, die das „Ich“
durch „hier“, das „Du“ durch „da“, das „Er“ durch „dort“ ausdrücken…“
(Soweit zur Wichtigkeit der Personalpronomina!)

S.120/Z.32ff „Das Mitsein bestimmt existenzial das Dasein auch dann,
wenn ein Anderer faktisch nicht vorhanden und wahrgenommen ist.
Auch das Alleinsein des Daseins ist Mitsein in der Welt. Fehlen
kann der Andere nur in einem und für ein Mitsein.“

Was im Dasein die Sorge, ist im Mitsein die Fürsorge (S.121f).

Die „Wer“-Frage für „Alle“ beantwortet das Neutrum, das Man.

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